| Axolotl Roadkill |  | Autor: Helene Hegemann Urheber: Helene Hegemann Verleger: Ullstein
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Verkäufer: musicola Bewertung: 157 Rezensionen Verkaufsrang: 4,522
Medium: Broschiert Seiten: 208 Versandgewicht: 0.8 Maße (innen): 8 x 5.4 x 1
ISBN: 3550087926 EAN: 9783550087929 ASIN: 3550087926
Publikation: Januar 22, 2010 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
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| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Man kann Helene Hegemanns Axolotl Roadkill nicht mehr unbefangen zur Hand nehmen. Selbst Leser, die sich nicht durchs deutsche Feuilleton oder seine Kompilation im âPerlentaucher“ wühlen, wissen, dass im Buch nicht alles von der Autorin, sondern vieles aus fremder Feder, zumeist von einem ehemaligen Techno-Blogger, stammt. So sah sich die zunächst als Junggenie gefeierte Schriftstellerin von der Literaturkritik schon bald als Kopistin entlarvt. Warum also, so wird sich da mancher fragen, soll man das Buch über eine ebenso verwöhnte wie verwahrloste 16-jährige Schulverweigerin namens Mifti, ihre selbstzerstörerischen Berliner Drogen-, Party- und Sprachexzesse überhaupt noch lesen? Nüchtern betrachtet muss man es wohl konstatieren: Ja, Hegemann hat abgeschrieben. Nein, es ist nicht okay, wie die Autorin den Diebstahl fremder Kreativität im Nachhinein nicht nur herunterzuspielen, sondern gar als natürliche Copy-and-Paste-Geste einer Generation Google zu stilisieren suchte – auch wenn sich in eben dieser Generation Google das Verhältnis zum Urheberrecht gerade offenbar tatsächlich bedrohlich zu wandeln scheint. Aber Hegemann hat Axolotl Roadkill auch nicht, wie hin und wieder im Feuilleton behauptet, eins zu eins kopiert. Das in der 4. Auflage des Buchs nachgereichte Quellenverzeichnis zeigt, dass ihre Raubzüge durchaus überschaubar sind. Der Rest ist ganz eigen, mitunter originell, manchmal sperrig, oft auf kalkulierte Weise abstoÃend, hin und wieder kindisch, aber zumeist doch erfrischend zu lesen. Nein, Helene Hegemann hat das, was sie schildert, wohl nicht erlebt. Vielleicht war ihre Jugend öde, wie jetzt mancher Kritiker, etwas höhnisch mutmaÃt. Egal. Auch Günter Grass musste kein Glas zersingen können, um die Blechtrommel zu schreiben. Und Vladimir Nabokov ist (glücklicherweise) nicht verliebt mit einer Minderjährigen von Motel zu Motel gereist, und trotzdem ist Lolita ein Meisterwerk. Dies nun ist Axolotl Roadkill, leider, nicht. Aber es ist um vieles besser als manches, was sonst so als neue deutsche Literatur auf den Markt schwemmt. - Thomas Köster
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Rezensionen anzeigen 1-5 von 157
Ein - im wahrsten Sinne des Wortes - hervorragendes Buch August 13, 2010 S0T86 3 aus 7 fanden die folgende Rezension hilfreich
Auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt hier durch das Äußern meiner Meinung unbeliebt mache: Ich finde das Buch richtig gut. Das hat mehrere Gründe. Und ich sage gleich, dass dies ein subjektives Plädoyer für dieses Buch wird.
Erstens, der Textklau ist durchaus vorhanden, wird mittlerweile am Ende des Buches aufgeführt, aber es lässt sich einfach nicht sagen, dass dieses Mädchen nicht ein Talent dafür hat, die Dinge überaus reif und spannend zu beschreiben, denn es sind nur wenige Prozent, Nullkommaprozent des Textes "geklaut". Da wird einfach ein bisschen übertrieben in den Medien. Das Mädchen hat durchaus übertrieben Talent. Ich hätte mir manchmal gerne an den Kopf gegriffen. Im Vergleich mit vielen Debütromanen die ich lesen konnte, auch von wesentlich älteren Autoren, ist Axolotl Roadkill wirklich eine hervorragende Leistung und wenn von dieser mittlerweile 18 Jährigen in Zukunft noch was kommt, dann darf man sich auf etwas gefasst machen.
Zweitens, die Kritik mit der fehlenden Story und dem Chaos in der Erzählung stimmt. Dieses Buch lässt sich nicht lesen, wie ein traditioneller Roman. Es geht mehr um Gedanken- und Erlebnisfetzen. Dem Thema des Romans, Rebellion und Verwahrlosung, ist das aber durchaus angemessen und ich empfand dieses Durchbrechen dieser Strukturen deshalb auch als angenehm, weil nicht tagtäglich, bis passend, weil die Struktur tatsächlich den Inhalt reflektiert.
Drittens, der Roman enthält viele hochgradig interessante Gedanken und Wortkonstruktionen. Lässt sich die Frage stellen, ob das alles nicht ein wenig gekünstelt wirkt. Kann man so sehen, aber vor dem Hintergrund, dass sich dieses Mädchen ihren Ergüssen vollkommen frei hingegeben hat und man das auch an der mitreißenden und emotionalen Stimmung des Buches merkt, finde ich manche Wörter vielleicht gewagt aber niemals gestelzt. Helene Hegemann scheint einen großartigen Humor zu haben, denn ich musste so ziemlich jede zweite Seite schmunzeln oder lachen. Ich glaube übrigens nicht, dass man Vieles was in diesem Buch steht so überaus ernstzunehmen hat, wie viele hier tun. Als Germanist muss ich auch darauf hinweisen, dass man niemals den Autoren mit seinem Werk gleichsetzen sollte. Das ist das Erste, was man in einer Germanistikvorlesung lernt. Hier hat sich durchaus jemand ausgetobt, heißt aber noch lange nicht, dass die Autorin alle Ansichten vertritt, die die Figuren wiedergeben. Deswegen stößt mir diese gestelzte Empörung von wegen verwahrloste Jugend ziemlich auf. Ich halte sie sogar für ignorant und oberflächlich.
Viertens, ich finde es unangemessen an dieses Buch wie an ein traditionellen Roman oder in der Erwartung eines total peppigen, jugendlichen, bahnbrechenden und ultracoolen Debutwerkes ranzugehen. Hier hat sich jemand etwas von der Seele geschrieben. Man findet immer wieder diese Passagen, die so tief aus dem Herzen zu kommen scheinen. Hier geht es auch darum, dass sich viele Jugendliche heute hinter den Dingen verstecken. Und das merkt man. Es wird sich viel hinter radikalen und andersartigen Gedanken versteckt in dem Buch. Die Figuren verstecken sich. Aber man sollte nicht übersehen, dass an einigen Stellen sehr zarte aber auch schonungslose, offene und klare Gedanken über die Welt zum Vorschein kommen. Und genau das hat mich mit dem Buch so verbunden.
Warum sollte man sich das Buch kaufen? Wenn man damit zurechtkommt, dass das Buch nicht wie ein üblich dramaturgisch durchgeplantes Werk daherkommt und wer sich auf was Neues, was Regelbrechendes aber auch Ehrliches einlassen möchte, sollte sich das Buch kaufen. Es ist Anders, funktioniert aber vollkommen in seiner Andersartigkeit. Die Sprache überhebt sich so dermaßen über das, was man normalerweise von 16 Jährigen geliefert bekommt falls sie denn mal ein Buch geschrieben haben. Axolotl Roadkill ist voller Abgeklärtheit, versteckter Hoffnungen und Ängste und voller Reflexionen über Orientierungslosigkeit und eine gleichgültige Welt. Deswegen passt es einfach in die Zeit. Und im Gegensatz zu zum "Phänomen" Charlotte Roche, die übrigens mindestens acht Stufen schlechter schreibt, finde ich den Hype hier wirklich gerechtfertigt.
Ich möchte aber nochmal unterstreichen, dass es sich hier um ein subjektives Plädoyer handelt. Ich fand das Buch hervorragend und kann den nachträglichen Medienverriss nicht verstehen. Deswegen vergebe ich fünf Sterne. Vor allem auch als Gegengewicht zu den vielen übertrieben schlechten Wertungen. Mit der einschränkenden Bemerkung, dass dieses Buch sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Ich kann auch verstehen, wenn sich Leute aus inhaltlichen Gründen abgestoßen fühlen. Aber eine gewisse hier vorhandene objektive Brillanz sollte man durchaus anerkennen, wie ich finde. Ich persönlich habe das Buch sehr genossen, obwohl ich wegen der kritischen Medienberichte eher skeptisch war.
Crap Juli 30, 2010 Benjamin Klein (Gevelsberg) 1 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Was für ein unzusammenhängendes Geschwafel. Die Autorin versucht hier anscheinend krampfhaft etwas abzuliefern, was Kunst sein soll und scheitert meiner Meinung nach leider kläglich. Es kommt absolut keinerlei Lesefluß auf, anstatt dieses Buch zu lesen, kann man sich auch in einer Disko in die Technohalle setzen und dem verpeilten Geblubber von regelmäßigen Ecstasy Konsumenten anhören, die ein paar bunte Drops zuviel eingeworfen haben.
Warum dieses Werk so gehyped wurde, ist mir wirklich rätselhaft.
Fear and Loathing in Berlin... Juli 21, 2010 F. Binder (Kirchheim) 2 aus 5 fanden die folgende Rezension hilfreich
Eins muss man der jungen Autorin lassen: Von ihrer Wortgewandtheit könnten sich die meisten eine Scheibe abschneiden. Doch wenn man diese Wörter in diesem Buch so fehl am Platz einbringt könnte man es auch gleich lassen.
Mit zusammengewürfelt anenandergereihten und fragwürdigen Szenen kann kein gutes Buch entstehen.
Ich habe es trotz alledem zu Ende gelesen, mit der Hoffnung, dass bis dahin etwas Unerwartetes und Spannendes passiert. War natürlich FEHLANZEIGE!
Es gibt bestimmte Grundvoraussetzungen um ein Buch zu schreiben, diese fehlen hier aber komplett. Meine Deutschlehrerin hätte mir eine glatte 6 gegeben, wenn ich ihr sowas abgeliefert hätte!
Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch... Juli 21, 2010 Quintus Quadratus (Kassel) 3 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
... eine Jumbopackung Reisetabletten um den Brechreiz zu unterdrücken.
Also ich zähle mich mit Mitte 20 selbst noch unter die Jungen Menschen. Ich bin gebildet und selbst extrem gut im Schreiben und Formulieren. Ich verstehe auch die Thematik, die Hegemann uns näher bringen will. Aber: Die Umsetzung ist grausam. Geschmackssache, für mich jedoch die reinste Qual es zu lesen. Helene Hegemanns Buch (?) ist von Anfang an ein "Abfuck" hoch hundert für mich gewesen. Die Formulierungen Hegemanns' (nochmal ein betontes, dickes Fragezeichen) sind vom ersten Satz an darauf ausgelegt, völlig kreativ, tiefgehend und total undergroundig-melancholisch-crazy-künstlerisch zu wirken, so dass alle sagen: "yeahhhh, die Autorin ist ein Genie, Herta Müller kann einpacken, Axolotl ist der neue Steppenwolf". Dabei wirken die Formulierungen total mit der Brechstange hingebogen und sind letztlich das reinste Brechmittel. Alter Schwede, was soll denn der Driss? Kann man denn nicht normal schreiben? Beschreibende Adjektive und metaphorische Spielereien seien ja erlaubt, aber hier läuft das Fass echt über. Geht Mal gaaarnicht... Drei Päckchen Zigaretten für das Geld zu rauchen ist sinnvoller. Meine Meinung, Sorry.
Trotz meiner saloppen Kritik: es ist und bleibt Geschmackssache. Das Buch hat durchaus auch seine Fans, also auch die positiven Rezensionen lesen um für sich eine Kaufentscheidung zu treffen.
Ein Sprachrohr, wenn auch ein unnötig Geschmücktes Juli 20, 2010 Mr. Wonka 0 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Fr. Hegemann ist, auch wenn ihr das mitunter abgesprochen wird, ein Sprachrohr. Für wen sie letztendlich spricht und ob die Autorin selber erlebt haben muss, wass ihre Protagnonistin durchmacht, ist dabei schlicht irrelevant.
Die Selbst- und Fremdentlarvung, die ja eines ihrer Haupthemen ist, wird auch für den stumpfen Leser deutlich. Die Probleme und Umstände, um die ihr Werk sich drehen, müssen gar nicht konkret zu einem reellen Äquivalent gehören. Es genügt, dass ein Lebensgefühl präsentiert wird, dass authentisch ist und eben nicht den allgemeinen Ideen von blinder Rebellenwut angehört, sondern tiefgehender und vielschichtiger ist, als wir es erahnen.
Wer sich selbst nicht erkannt fühlt kann sich glücklich schätzten und sollte nicht automatisch davon ausgehen, das Spähren, die er selbst nicht wahrnimmt auch nicht exisistieren.
Es mag sein, dass Hegemann exzessiv auschmückt und sich dabei in Darstellungen verliert, die unbeholfen und affektiert wirken. Die Verlorenheit, die sie zeichnet, ist aber in ihrer Grundsätzlichkeit angemessen porträtiert, vielleicht gerade weil sie durch die konfusen (und teilweise kopierten) Stellen ausgemalt wird.
Lesenswert, schon allein um ein Gespür für soetwas wie Gesellschaft, auch in ihren abartigen Facetten zu behalten.
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