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Neu
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Der Koch

Der KochAutor: Martin Suter
Urheber: Martin Suter
Verleger: Diogenes

Kaufen Neu: EUR 17,90
Stand 8.9.2010 20:01 CDT Einzelheiten

Erhältlich


Neu (85) Gebraucht (16) ab EUR 13,50

Verkäufer: Newcastle
Bewertung: 3.5 von 5 Sternen 87 Rezensionen
Verkaufsrang: 985

Medium: Gebundene Ausgabe
Ausgabe: 1
Seiten: 320
Versandgewicht: 0.7
Maße (innen): 7.3 x 4.9 x 0.9

ISBN: 3257067399
EAN: 9783257067392
ASIN: 3257067399

Publikation: Januar 26, 2010
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen

Auch erhältlich in:

  • Hörbuch-Download - Der Koch
  • Audio CD - Koch

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Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Andrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant „Chez Huwyler“, aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie.

Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens „Love Food“ zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu...

“Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen“: Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und – hier: in die Syntax hineingerutschtem – Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt.

Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
- Stefan Kellerer




Kundenrezensionen:
Rezensionen anzeigen 1-5 von 87



4 von 5 Sternen Haute Cuisine mit Rotationsverdampfer und Calciumchlorid   September 2, 2010
Bernhard Schinnen
Mit der für Suter augenscheinlich typischen Dosis an Selbstironie beschreibt er die Charaktere seiner alpenländischen Landsleute, entlang eines einfach aufgebauten Drehbuches, und eingebettet in mehr oder weniger publicityträchtige Weltereignisse der Jahre 2008 bis 2009. Dabei ist es der facettenreichen Sprache des Autors zu verdanken, dass die Geschichte nicht in Langeweile abdriftet. Die verblüffende Detailschilderung einer futuristisch anmutenden Molekularküche, von dem tamilischen Koch Maravan exzessiv zelebriert, stellt den Leser zunächst vor die Fragen: Gibt es die wirklich? Und wenn ja, wer braucht die? Spätestens die Aufführung der Recherche-Quellen am Ende des Buches überzeugt auch den letzten Zweifler: Ja, die gibt's. Oder: Für jemanden der schon alles hat! Sutter gelingt es, die besonderen Geschmacksexplosionen und Gaumenverzückungen verbal einzufangen, zu denen die Textur-Veränderungen von Lebensmitteln führen können, die mit Rotationsverdampfer oder Calciumchloridlösung behandelt werden. Reschpekt, Herr Suter!


2 von 5 Sternen Themencollage eines fleißigen Projektarbeiters   August 31, 2010
Thomas Leibfried (Ludwigshafen)
Suters jüngster Roman "Der Koch" ist der fünfte, den ich von diesem Autor gelesen habe. Von "Small World" und "Die dunkle Seite des Mondes" bis zu "Ein perfekter Freund" und "Lila, lila". Mit schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht Suter alle zwei Jahre einen Roman, dazwischen schreibt er seine Geschichten und Kolumnen, aber auch Stücke und Drehbücher. Ein fleißiger Schweizer also.

Der Inhalt wurde in vielen Rezensionen erzählt: ein tamilischer Asylant in der Schweiz, Maravan, verliebt sich in eine attraktive Kollegin, Andrea, die ihrerseits zwar eine Nacht mit ihm verbringt, sonst jedoch Frauen bevorzugt, die beiden gründen auf der Basis von Maravans ayurvedischen molekularen Kochkünsten ein kleines Unternehmen, schwarz aus verschiedenen Gründen, und sorgen damit in exklusiven Kreisen, unter Geschäftsleuten, Wirtschaftskriminellen und Damen eines Escort-Services für erotische Sensationen. Am Beispiel von "Love Food", so nennen die beiden ihr Unternehmen, verwurstet Suter Themen wie Asylantenpolitik, Kriege auf Sri Lanka und in Äthiopien, die Finanzkrise und ihre Auswirkungen, halblegale, unmoralische Waffengeschäfte, den Kreislauf des Geldes und die Molekularküche zu einem flüssig zu konsumierenden Brei.

Woran liegt es, dass "Der Koch" lediglich leichte Unterhaltungslektüre bleibt? Suter spickt seinen Roman mit endlosen Details, die keinen Platz für Stimmungen, für Emotionen, für Psychologie lassen. Und das in einem Buch, in dem Stimmung als zentrales Element behandelt wird oder behandeln werden sollte. Die Figuren bleiben allesamt flach, sauber unterschieden in Gut und Böse. Suter arbeitet mit Gemeinplätzen, die jedem Leser die Entscheidung abnehmen, selbst Sympathie zu verteilen, alleine in schwarz und weiß und grau zu ordnen. Das gesamte Buch ist eine reine Konstruktion. Mich beschleicht der Verdacht, dass Suter, ein aufmerksamer und weltzugewandter Zeitgenosse, zu Beginn eines Romanprojektes Zeitungen und Zeitschriften zur Hand nimmt, aus diesen strukturiert oder zufällig beliebige, nicht zusammenhängende Themen identifiziert, und schließlich daraus eine Handlung baut, die er schlussendlich in einen Fließtext umwandelt.

Mein Fazit lautet mittlerweile, dass Suters Erfolg im Literaturbetrieb damit zusammen hängt, dass er nicht für Leser, sondern für Nichtleser schreibt. Seine Romane sind auch in einem Alltag gut unterzubringen, in dem Literatur üblicherweise keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Ausnahmen, wenn es sie gibt, bestätigen wie immer die Regel. Meine zwei Sterne sollen daher Lesern, die Romane dann in die Hand nehmen, wenn genügend Zeit dazu ist, im Urlaub beispielsweise, die Sutersche Lektüre nicht verleiden. Ein kurzweiliger Zeitvertreib ist "Der Koch" sicherlich.



3 von 5 Sternen Lehrreich ja - spannend nein   August 26, 2010
G. Alfred
Suter hat ein moralisch gutes Werk getan, indem er einer auf Krimi-Unterhaltung spekulierende Leserschaft im "Koch" statt eines spannenden Plots lieber die menschenverachtenden Folgen der zahllosen auf der Erde tobenden Bürgerkriege vor Augen führt hier am Beispiel des Befreiungskampfes der Tamilen auf Sri Lanka. Das Elend der Kriegsopfer im ehemaligen Ceylon kontrastiert dabei in grotesker Weise mit dem dekadenten Luxus der Waffenhändler im Westen. Wenigstens bekommt einer von diesen Schurken am Schluss seine gerechte Strafe. Von diesem Buch wird also jeder begeistert sein, der mehr erfahren will über die Kultur der Tamilen und die Kriegsgräuel auf Sri Lanka.
Wer aber einfach nur einen spannenden Suter-Krimi erwartet, wird enttäuscht sein. Denn so lehrreich und moralisch wie das Buch daherkommt, Spannung wollte sich zumindest bei mir nicht einstellen. Ein Trost: Immerhin sind am Schluss des Buchs einige ceylonesische Kochrezepte abgedruckt.



2 von 5 Sternen Am absteigenden Ast   August 24, 2010
Rudi Koisser
Ja, ich bin ein Fan von Martin Suter. Ja, ich finde Ein perfekter Freund" ist ein hervorragendes Buch, eines meiner Lieblings-Bücher. Ich habe es zwei Mal gelesen, es wurde auch beim zweiten Durchlauf nicht schlechter. Ich habe danach die Vorgänger Small World" und Die dunkle Seite des Mondes" verschlungen und auch genossen.

Dann erschien Lila, Lila". Auch das ist meiner Meinung nach ein wirklich gutes Buch, nur unwesentlich schwächer als der perfekte Freund. Doch danach muss etwas passiert sein. Suter veröffentlicht noch immer Bücher. Aber der Trend geht eindeutig nach unten. Der Teufel von Mailand" und Der letzte Weynfeldt" konnten mich nicht mehr begeistern. Und jetzt ist Der Koch" da. Ohne viel zu überlegen habe ich das Buch gekauft, ich bin ja ein Suter-Fan und habe ihm zwei Durchhänger verziehen.

Leider bin ich nun zum dritten Mal in Folge enttäuscht. Die alten Romane konnte ich fast nicht aus der Hand legen, ich wollte wissen, was weiter passieren würde (insbesondere bei Ein perfekter Freund"). Doch seit dem Teufel von Mailand" geht}s bergab. Ich lese die Bücher fertig, es muß ja noch irgendwas kommen, aber Fehlanzeige, am Ende überwiegt die Enttäuschung.

Der Koch" ist kein wirklich schlechtes Buch. Aber Suter verpackt zu viel darin. Maravan als Illegaler in der Schweiz, dazu die abgehobene Molekularküche, Weltwirtschaftskrise, Rüstungsindustrie - weniger wäre hier mehr gewesen. Ich vermisse den packenden Stil der alten Romane, fast wirkt es wie eine Fliesbandproduktion, wo einfach nicht das Herzblut von Martin Suter drinnen steckt. Der kann viel mehr, leider holt er das - zumindest bei seinen letzten drei Büchern - nicht aus sich heraus!



5 von 5 Sternen ein Suter halt :-)   August 22, 2010
Bücherfreundin (Hessen)
"Der Koch" ist ein typisches Suter-Buch und wieder mal fand ich es sehr gelungen.

Zum Inhalt: Maravan ist ein tamilischer Flüchtling, der in der Schweiz lebt, wo er sich als Küchenhilfe in einem Sternelokal verdingen muss. Dass seine ganze Leidenschaft dem Kochen gehört, das interessiert in der Küche dieses versnobten Lokals niemanden. Schon als kleiner Junge hatte er sich - angelernt von seiner Großtante - mit Gewürzen, Gerüchen etc. beschäftigt.
Als er nach einem Streit gefeuert wird, gründet er mit seiner ehemaligen Kollegin Andrea einen Catering Service "Love Food". Er "zaubert" erotische, aphrodisierende Menüs und Andrea serviert diese, um Paaren, na sagen wir, wieder etwas auf die Sprünge zu helfen - später arbeitet man mit einem Escortservice zusammen.

ABER: das ist nur das Vordergründige - ganz subtil bringt Suter folgende Themen zur Sprache:
Waffenhandel, Kindersoldaten, Konflikte der Dritten Welt, die es nicht mal schaffen, in den westlichen Zeitungen erwähnt zu werden, das Geschäftsgebahren skrupelloser Geschäftsleute, die Problematik der 2. Generation, die aufgewachsen ist in der westlichen Welt und den Spagat zwischen Tradition und neuer "Heimat" schaffen muss .......

All das in einem klaren prägnanten Schreibstil - das ist schon große Kunst...




Rezensionen anzeigen 1-5 von 87


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